Schreibgeräte
Diese Seite drucken Hier können Sie uns eine Emaiil schreiben zurück Zur Übersicht vorwärts Links | Archiv   Letzte Änderungen 26.03.2017
     
Entstehung des Bleistifts

Die Überlieferung erzählt, daß sich im späten Mittelalter in Cumberland in Großbritannien Schäfer einen vom Sturm gefällten alten Baum fanden, in dessen Wurzeln eine grauschwarze Masse schimmerte.Diese konnten sie gut zur Kennzeichnung ihrer Schafe verwenden.

Daß es sich dabei um Graphit handelte, einem Kristallisierten Kohlenstoff, konnte erst der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele im Jahre 1789 nachweisen.

Der Name Graphit:

  • ist vom griechischen Wort "grafein" abgeleitet, das soviel wie "schreiben" bedeutet.
  • das englische Wort für Graphit lautet "plumpago" und bedeutet soviel wie "ähnlich dem Blei"
  • daher auch der Name "Bleistift"

Es hatte sich aber sehr schnell herumgesprochen, daß man mit diesem Graphit, das man auch "Bleyweiß" nannte, gut schreiben kann. Aus dem Graphitbrocken wurden viereckige Stäbchen geschnitten, mit denen man ähnlich wie mit einem Griffel schreiben konnte.

Man begann sehr bald in England damit, diese Graphit-Stäbchen in Holz zu fassen. Damit waren sie handlicher, bruchstabiler und die Finger des Schreibers blieben sauber.


Bild: Pencil Museum (eng.)

Diese Form der Bleistift-Herstellung kam auch bald nach Deutschland. Reisende Handwerker brachten die Ideen nach Nürnberg mit, wo nachweislich bereits in den sechziger Jahren des 17. Jahrhunderts manuell Bleistifte gefertigt wurden.
Der dafür benötigte Graphit mußte aus den Gruben von Borrowdale in England importiert werden. Graphit aus der Nähe von Passau oder aus Österreich war nicht rein genug um daraus Bleistifte zu machen. Der Borrowdale-Graphit wurde aber knapp und zu teuer und die Engländer verboten zeitweise die Ausfuhr dieses strategisch wichtigen Gutes.

Als Alternative erwies sich da die Erfindung, die der französische Ingenieur Jacques Conte im Jahre 1795 machte. Durch die Herstellung von Schmelztiegeln, die für die Fertigung von Kanonenkugeln benötigt wurden, hatte Conte Erfahrung mit dem Material Graphit. Er pulverisierte verunreinigten Graphit, reinigte ihn durch ausschlämmen und vermischte ihn dann mit Ton und Wasser. Die Masse wurde in lange, rechteckige Formen gestrichen und getrocknet. Anschließend wurde sie mit Holzkohle verpackt inKeramikgehäuse eingeschlossen und bei hohen Temperaturen gebrannt.

Mitte des 19. Jahrhunderts war dieses Verfahren weitverbreitet. Es ist auch heute noch die Grundlage der Bleistiftherstellung.

SO ENTSTEHT DER HOLZGEFASSTE BLEISTIFT

WIEVIEL BLEI IST IN EINEM BLEISTIFT ?
EINE PROVOKANTE FRAGE FÜR UMWELTBEWUSSTE
Blei wird nicht eingesetzt! Der irreführende Name "Bleistift" beruht auf einem historischen Irrtum, denn der für das Schreiben wichtige abfärbende Graphit wurde ursprünglich für Blei bzw. eine bleihaltige Verbindung gehalten. Erst der deutsch-schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele hat das stark färbende grau-schwarze Material der "Bleimine" als Kohlenstoff in der Graphitmodifikation identifiziert.

WORAUS BESTEHT NUN DIE BLEISTIFTMINE WIRKLICH ?
Zwei Bestandteile bestimmen die Zusammensetzung: Graphit als Schwärzemittel und Ton als Bindemittel. Der Härtegrad einer Mine ergibt sich aus dem Mischverhältnis der Stoffe. Je höher der Graphitanteil, desto weicher ist die Mine

Mit Wasser wird sodann der feinst aufbereitete Graphit und Ton in eine teigartige Masse überführt und als Mine verpreßt. Erst nach einem Brennvorgang bei ca. 1200 Grad erhält die Mine ihre Festigkeit. Um das feine Gleitvermögen zu erhalten, werden die Minen nach dem Brennvorgang mit Wachsen bzw. Ölen und Fetten imprägniert.Anschließend werden die Graphitminen in vorgefertigte Brettchen mit Nuten eingelegt, verleimt, verpreßt und später aus den Brettchen die Rohstifte gehobelt.Die Rohstifte werden dann lackiert oder bleiben naturbelassen, werden gestempelt und gespitzt und anschließend verpackt.


Bild: Pencil Museum (eng.)



WOHER KOMMT DAS HOLZ FÜR BLEISTIFTE UND FARBSTIFTE?
Holz ist ein natürlicher, ökologisch verträglicher und regenerierfähiger Rohstoff. Einheimische Hölzer genügen nicht den Qualitätsanforderungen für Blei- und Farbstifte.
Das Holz für die Blei- und Farbstifte stammt überwiegend aus forstwirtschaftlich nachhaltig genutzten ausländischen Beständen.

Die meisten in Europa und den Vereinigten Staaten gefertigten Stifte werden aus dem Holz der californischen Zeder (Incense-Ceder) produziert. Die Incense-Ceder ist ein sich selbst stark vermehrender Baum und hat deshalb in dem Hauptvorkommensgebiet CALIFORNIEN sehr stark zugenommen, da andere Hölzer, wie z.B. die Rotzeder, sehr viel langsamer wachsen.

ZUM "WESEN" DES HOLZGEFASSTEN STIFTES
Nachdem lange Zeit anderen Schreibgeräten - insbesondere Kugel- und Faserschreibern - der Vorzug gegeben wurde, erlebt der holzgefaßte Stift eine regelrechte Renaissance.
Das hat verschiedene Gründe:
Zum einen gewinnt der Umweltgedanke, auch beim Schreiben, Zeichnen und Markieren, immer mehr an Bedeutung - und was ist umweltfreundlicher als ein Stift, dessen "Abfall" lediglich aus Holzspänen besteht und nicht aus Kunststoffmüll!
Zum anderen ist auch das Image des reinen "Büro- und Handwerkerutensils" längst überwunden..., es ist durchaus chic, mit Graphitstiften zu schreiben.

Ein wesentlicher Vorteil:

  • sie trocknen niemals aus,
  • sie schmieren und klecksen nicht,
  • in einem Bereich sind Graphit- und Farbstifte ohnehin unschlagbar - durch die große Palette an Härtegraden und Farbnuancen bieten sie Einsatzmöglichkeiten
  • im technischen Zeichnen ebenso
  • wie im freien künstlerischen Schaffen, sind im Büro genauso gefragt wie
  • im Kindergarten und in der Schule, sind
  • für jedermann erschwinglich und
  • in allen Erdteilen zu Hause.


Bild: Pencil Museum (eng.)

PRODUKTIONSVERFAHREN HOLZGEFASSTER STIFTE
Die Produktion der Graphitmine beruht im wesentlichen auf zwei Grundstoffen, nämlich Graphit und Ton. Beide Materialien werden sehr fein gemahlen und dann vermischt, wobei die Homogenität und die Feinheit des Mahlguts die Voraussetzung für gute Qualität sind.

Der Härtegrad einer Mine ergibt sich aus dem Mischungsverhältnis von Graphit und Ton.

  • Je höher der Graphitanteil, desto weicher die Mine
  • je höher der Tonanteil, desto härter die Mine
  • die Härtegradbezeichnungen stammen aus England,

Die ersten Graphitstifte wurden dort hergestellt, dabei steht der Buchstabe H für hart und B für black (engl.= schwarz- hoher Graphitanteil).

Nach dem Mischen wird das Gemenge durch eine Matrize in Minenform gepreßt, auf die entsprechende Länge geschnitten und anschließend die Minen bei sehr hohen Temperaturen gebrannt.
Um das feine Gleitvermögen zu erzielen, werden die gebrannten Minen sodann in heißes Palmöl gegeben, um dort die beim Brennen entstandenen kleinen porösen Öffnungen zu füllen und den gleitenden Abstrich zu ermöglichen.

Farbstifte
Die Herstellung von Farbminen ist grundsätzlich anders. Die Farbminen bestehen aus

  • Farbpigmenten,
  • Fetten,
  • Wachsen,
  • Bindemitteln (in der Regel Cellulosederivate) und
  • mineralischen Füllstoffen, wie Talkum oder feingemahlenes Kaolin, das auch in der Glasproduktion Verwendung findet.

Die Qualität von Farbminen wird durch die Feinheit des Mahlgutes, vor allem aber durch den Anteil und die Güte der Pigmente bestimmt. Je höher der Anteil an Pigmenten ist, umso höher ist die Qualität der Mine und umso besser ist der farbliche Abstrich. Nach dem Mischen wird das Gemenge durch eine Matrize in Minenform gepreßt, die Minen auf die entsprechende Länge geschnitten. Farbminen werden im Gegensatz zu Graphitminen allerdings nicht gebrannt, sondern in Trockenöfen getrocknet.

WIE KOMMT DIE MINE IN DEN STIFT?
Zur Fertigung von Bleistiften- ebenso Farbstiften- werden zunächst zwei vorgefertigte Brettchen mit Nuten versehen, die dem Durchmesser der Mine entsprechen. Darin werden die Minen verleimt und zwei Brettchen wie ein Sandwich zusammengepreßt, bis der Leim ausgehärtet ist. Sodann wird den Stiften auf schnellaufenden Hobelmaschinen die äußere Form gegeben, rund, sechseckig, dreiflächig, oval.

Nach dem Hobeln werden die Stifte (mit Ausnahme der naturbelassenen PRO-NATURA-Serie) beim Lackieren mit farbigem Lack überzogen. Zur Kennzeichnung der Minenfarbe oder auch als dekoratives Element kann das ungespitzte Ende der Stifte zusätzlich in Lacke getaucht werden, um sie mit einer sogenannten Tauchkappe zu versehen. Die Prägung auf den Stiften wird normalerweise mit heißem Prägestempeln und Folie angebracht. Es gibt aber auch Stifte, die bedruckt oder sogar mit einer hauchdünnen Folie umwickelt werden, was eine Vielzahl dekorativer Varianten ermöglicht. Schließlich werden die Stifte maschinell gespitzt und in unterschiedlichste Verpackungen gefüllt, z.B. Karton,- Metalletuis, Weichplastik- oder Runddosen, Aufsteller, Displays usw.

Die Qualität der Stifte hängt wesentlich von der Mine, jedoch auch von der Güte und Beschaffenheit des Holzes ab, das die Mine umschließt.
Es werden deshalb hierfür nur ausgesuchte Hölzer aus forstwirtschaftlich geführten Beständen verwendet. Der eingesetzte Graukarton mit farbigem Druck wird aus Recyclingmaterial gefertigt.