Geschichte der Seide
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Geschichte der Seide

 

Wann der Mensch gelernt hat die Seidenfaser zu verarbeiten, verliert sich im Dunkel der Vorzeit. Man erzählt darüber die unterschiedlichsten Geschichten. Hier lesen Sie eine davon:

Kaiserin Si-Ling-Chi

Die Chinesische Kaiserin Si-Ling-Chi soll der Sage nach (um 3.000 v. Chr.) aus Angst vor einer Schlange auf einen Maulbeerbaum geflüchtet sein und beobachtet haben, wie eine unscheinbare Raupe sich in einen glänzenden Faden einhüllte. Die Kaiserin dachte sich, es sei schön, sich selbst in einen so schönen Faden einzuhüllen. Si-Ling-Chi wurde durch ihre Entdeckung zur Schutzherrin und Göttin der Seidenraupen.

Die Zucht wurde mit kultischen Gebräuchen umgeben und war von nun an Aufgabe aller chinesischen Kaiserinnen. Etwa 2000 v. Chr. schmuggelte eine chinesische Prinzessin, die nach Korea verheiratet wurde, Raupeneier in ihrer Hochzeitsfrisur in ihre neue Heimat. Zur gleichen Zeit wurde Seide auf der Seidenstraße erstmals westwärts aus China exportiert. Die Karawanen zogen unter großen Gefahren ca. 6-8 Jahre aus dem Großreich China nach Westen. Im alten Rom wurde Seide mit Gold aufgewogen. Ein Kilogramm Seide kostete 1 kg Gold.

Seidenstraße
300 n. Chr. fingen Japan und Persien mit der Zucht der Seidenraupe an. Später, ca. 500n. Chr., schmuggelten zwei Mönche Raupeneier in ihren Wanderstöcken aus China nach Byzanz (heutiges Istanbul), um sie dem Kaiser Justinian von Byzanz zu schenken. Somit war Byzana die Wiege der europäischen Seidenraupenzucht.

Im 13. und 14 Jhdt. waren Italien und Frankreich in Europa vorherrschend in der Raupenzucht und Seidenherstellung. Friedrich der Große förderte Ende des 18. Jhdt. in Deutschland die Seidenraupenzucht, die ca. 1860 fast völlig von Pebrinen (Fleckenkrankheit, die durch einzellige Parasiten über Nahrungsaufnahme zum Tod der Raupen führt) zerstört wurde.

Lediglich zu Zeiten beider Weltkriege gewann die Seidenproduktion in Deutschland wieder an Bedeutung, da sie wegen ihrer Feinheit und Festigkeit als Fallschirmseide benötigt wurde.


In ihrem Garten, am Fuße eines Maulbeerbaumes, fand Si Ling Chi, Kaiserin
von China, eine Raupe, die sich in einen feinen, glänzenden Faden einspann.

Es müßte schön sein, dachte die Kaiserin, sich selbst in einen so schönen Faden einzuhüllen. Eine schöne Geschichte? So könnte vor nahezu 5000 Jahren die Geschichte der Seide begonnen haben...

Seit jener Zeit hat die Seide nichts von ihren unvergleichlichen Eigenschaften verloren und ihre Faszination auf die Menschen ist ungebrochen.

 

Seide ist auch heute noch der Inbegriff von Eleganz, Geschmeidigkeit und einschmeichelndem Wohlgefühl. Sie ist besonders hautverträglich und gleich gut gegen Wärme und Kälte geeignet.

Seide läßt die Haut frei atmen und der Kontakt mit
ihr wird von den meisten Menschen als überaus angenehm, sympatisch und wohltuend empfunden.

Echte Seide darf nicht mit der Wildseide -oder "Tussahseide" - des gezüchteten Eichenspinners verwechselt werden.

Der Eichenspinner, von dem die Wild- oder
Tussahseide stammt, lebt in den Eichenwäldern Südost-Asiens. China und Indien sind seine Hauptverbreitungsgebiete.

Zum Verpuppen spinnt sich die Raupe des
Eichenspinners in einen Kokon aus Seidenfäden
ein. Diese Fäden werden durch den Seidenleim
oder "Bast" (Serecin) zusammengeklebt.

Die Kokons des Eichenspinners werden bis hühnereigroß. Im Gegensatz zum Maulbeerspinner
kann der Eichenspinner nicht gezüchtet werden. Nach dem Schlüpfen des Schmetterlings werden die Kokons gesammelt. Die Puppe muß also, im Gegensatz zum Maulbeerspinner und bei der Gewinnung der " echten Seide ", nicht getötet werden.

 

Die Wildseide ist von gelblicher Farbe, welche ohne die Faser anzuzgreifen, nicht entfernt werden kann.

Der "Bast" wird durch mehrmaliges Abkochen in ein- bis zweiprozentiger Seifenlauge entfernt, die Seide wird "entbastet". Dieser Vorgang ist für den weiteren Gebrauch von wichtiger Bedeutung. Nichtentbastete Seiden können Allergien im Nasen-Rachen-Raum und an den Atemwegen hervorrufen.

Unbestritten ist der positive Einfluß der Seide auf die Psyche des Menschen. Kein anderes Material kann soviel Feuchtigkeit aufnehmen wie die Wildseide, bis zu 40 % des Eigengewichtes.

Steppbetten aus Seide sind in warmen Sommern kein Luxus, sondern ein Geschenk der Natur an den Menschen

Seide

Das Material der feinsten Teppiche

Teil 1

3.000 Jahre lang war die Naturseide ein chinesisches Monopol . Und noch heute liegt der Welthandel mit Seide fest in chinesischer Hand, auch wenn andere Länder, wie Brasilien, Japan, Indien Persien oder die Türkei sich mit der Seidenraupenzucht befassen.

Durch die systematische Zucht und wissenschaftliche Planung konnte der Prozeß der Aufzucht um ca. 10 Tage auf 25 Tage verkürzt werden. In dieser Zeit durch laufen die Seidenraupen 5 verschiedene Phasen mit jeweils mehreren Freß- und Schlaftagen. Nach der letzten Fressperiode, die 8 Tage dauert, darf vom 25. bis zum 28. Tag nicht gefüttert werden – die Raupe soll sich jetzt einspinnen.
Dazu presst die Raupe aus zwei Drüsen in der Nähe ihres Mauls Saftstrahlen aus, die an der Luft sofort zu feinen Fäden erstarren. Gleichzeitig scheidet sie einen Leim aus, der die beiden Fäden zusammenklebt. Beim Spinnen bewegt sich die Raupe in Form einer Acht, wodurch allmählich eine kunstvolle Hülle – der sog. „Kokon“ entsteht.
Etwa 250.000 Windungen des Kopfes sind notwendig, bis sich das Tier völlig eingehüllt hat. Im Inneren des Kokons entwickelt sich nun aus der Raupe über die Puppe ein Schmetterling.

Teil 2

Normalerweise befreit sich der Schmetterling innerhalb von ca. 14 Tagen durch eigene Hilfe aus dem Kokon, indem er mittels eines säurehaltigen Safts ein Ausschlupfloch schafft. Zur Seidenproduktion muß jedoch das Tier am 10. Tag abgetötet werden, damit der Schmetterling beim Schlüpfen nicht die Seidenfäden in Stücke reißt. Dazu werden die Kokons in spezielle Dampfkammern gebracht und dort bei ca. 60° abgetötet.

Nun beginnt das eigentliche Herstellen der Seide . In einem Bottich mit 80° heißem Wasser werden die Kokons eingeweicht. Durch Schlagen mit einem Reisigbesen sollen die Kokons von der äußeren wirren Faserschicht befreit werden. Mit bloßen Händen tauchen die Arbeiterinnen dann in das heiße Wasser ein, bis sie den Fadenanfang gefunden haben. Mehrere Fäden zusammen werden mittels einer Maschine zusammengedreht – die tote Puppe bleibt im Wasserbottich liegen.

Teil 3

Rechnen wir noch einmal zusammen:

Der von der Raupe versponnene Faden ist 3.000 m lang. Nur der mittlere Teil, etwa 1.000m , lässt sich abhaspeln, der Rest ist nur zu Schappseide zu verwenden. Es gehen also 2/3 verloren. Durch das Auswaschen verliert die Seide noch einmal 25 bis 30% an Gewicht, so dass am Ende nach dem Färben von ursprünglich 6 kg Kokons nur noch 700g Seidengarn übrig bleiben.

Durch das Knüpfen verliert man nochmals 70%, denn zur Verarbeitung muß der Faden eine gewisse Länge haben. Der überstehende Flor wird als Abfall abgeschnitten.

Hat nun ein Seidenteppich z.B. ein Gewicht von 3 kg, brauch man dazu ungefähr 10 kg Seidenfaden und fast 90 kg Kokons !

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