Farben
Diese Seite drucken Hier können Sie uns eine Emaiil schreiben zurück Zur Übersicht vorwärts Links   Letzte Änderungen 13.05.2021
     
Die Gestaltung mit Farben

Wer mit den Farben auf seiner Web-Seite experimentiert, merkt schnell: es ist leicht, Farben zuzuweisen und zu verändern, schwierig ist es, die richtige Farbe zu finden. Ein einziger Mausklick verändert das gesamte Aussehen und kann darüber entscheiden, ob Ihre Seite misslingt oder zur Homepage des Jahres gekürt wird.

Farbe ist so allgegenwärtig, dass man sie nur selten bewusst wahrnimmt oder sich überhaupt Gedanken darüber macht. Und doch hat Farbe einen direkten Einfluss auf unsere Stimmungen, Empfinden und Eindrücke. Farben sind Signale mit sofortiger Wirkung. Ob Hautfarbe, Haarfarbe oder Augenfarbe niemand kann sich der Wirkung von Farben entziehen und deshalb ist es so wichtig, sich mit Farben zu beschäftigen, ganz besonders dann wenn Sie mit Ihrem Web Projekt gesehen werden wollen und eine bestimmte Botschaft vermitteln, oder gar ein Produkt verkaufen möchten.


Farbpalette eines Grafikprogramms

Farben sind wichtig für Stimmungen. Man ist sich der Wirkung nicht direkt bewusst, aber jede Farbe weckt sofort Assoziationen über die man Bescheid wissen muss wenn Ihre Web Seite überzeugend wirken soll.

  • Rotlichtviertel und rote Sportwagen zeigen schon deutlich, was diese Farbe aussagt, Erregung, Aggressivität, Dominanz, Kampf und Stimulation sind ihre Hauptcharakteristika.

  • Blaue Augen, blauer Himmel, blaues Meer - die Farbe verkörpert Gelassenheit, Ruhe, Faszination, ebenso wie Tiefe, Kälte, bis zur Gefühllosigkeit.

  • Gelbe Blumen, die gelbe Sonne, das steht für Freude, Wärme, Kreativität und Lebenslust.

  • Grün ist die Farbe der Natur, von Blättern und Bäumen. Wir verbinden damit Ruhe, Geborgenheit, Frieden und Sicherheit.

  • Grau ist eine Übergangsfarbe, ins Schwarze oder ins Weiße. Das Spiel mit Grautönen kann als subtil oder dezent empfunden werden, gilt aber meist als synonym für Langeweile bis Melancholie.

  • Schwarz und Weiß stehen schon sprichwörtlich für Gut und Böse. Als Abwesenheit von jeglicher Farbe oder allen Farben auf einmal handelt es sich in strengem Sinne gar nicht um Farben. Vielmehr sind es die beiden Gegenpole, zwischen denen Farbe erst sichtbar wird und ihr Spiel entfaltet.

  • Mit Hilfe der Übersicht ist es möglich, den passenden Grundton für Ihre Seite zu finden. So verhindern Sie schon von der Konzeption her das übliche entfesselte Farbchaos, mit dem sich so mancher Anfänger verrät. Mit solchen Seiten werden keine erfolgreichen Visitenkarten ins Internet gestellt, sie sind eher peinlich für deren Urheber.

 

Ist die Zuordnung einer Grundfarbe zu Ihren Inhalten noch eine relativ leichte Übung, wird es ungleich komplizierter, wenn Sie sich an die erfinderische Kombination von Farben wagen. Tun sich auf der einen Seite geschmackliche Abgründe auf, bewegen sich andere stilsicher zwischen den Farbskalen wie Schmetterlinge im Sommerwind. Für den, der nicht zu den Beneidenswerten gehört, die solche Fragen nach dem Gefühl entscheiden, gibt es einige Regeln, an die man sich halten kann.

Im Grunde gibt es vier verschiedene Ansätze, mit Farbe umzugehen und vielleicht ist es am beste, wenn Sie sich für einen davon entscheiden.

Grundsätzlich kann man Farben bewusst in Kontrast zueinander einsetzen, also zum Beispiel weiß neben schwarz, rot neben gelb oder grün neben blau, oder als benachbarte Farben Ton in Ton kombinieren, das heißt hellblau mit dunkelblau, verschiedene rot Töne usw.

Auch die Farben selbst kann man gut einteilen. Zum einen in starke, kräftige Farben, zu denen die Primärfarben und deren Mischfarben erster Ordnung gehören, also rot, gelb, blau, grün, zum anderen gebrochene Farben, etwa sandfarben, rosa, grau usw. Es ist in der Regel nicht empfehlenswert, Farben aus beiden Bereichen gemeinsam zu verwenden. Kräftige Farben sind besonders geeignet für Kontrast Effekte. Das wirkt frisch und dynamisch. Gebrochene Farben sorgen für eine ruhige, unaufdringliche Wirkung, die man sehr schön mit der Ton in Ton Technik unterstützt. Sie sollten Sich entscheiden, welche Kombination am besten zu der Aussage Ihrer Seite passt.

Selbstverständlich ist jede beliebige andere Kombination möglich. Gebrochene Farben können in Kontrast zueinander benutzt werden (hellbraun zu türkis) und kräftige Farben Ton in Ton. Man sollte sich dann aber darüber klar werden, welche Aussage alleine schon die Farbwahl macht und ob das mit Ihren Inhalten übereinstimmt. Das trifft ebenfalls zu, wenn Farben aus beiden Farbräumen gemeinsam benutzt werden, (gelb, rot, türkis), möglich ist so etwas und manche gut gestaltete Seite gewinnt gerade ihren Reiz aus der an sich unkonventionellen Farbgebung, aber wer hier nicht sehr vorsichtig und bewusst zu Werke geht, entpuppt sich leicht als Dilettant.

Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Farbspektrum gefallen, gilt es, die Farben klug auf der Seite einzusetzen. Wichtig ist immer die Schrift. Sorgen Sie durch einen ausreichenden Kontrast der Schriftfarbe zum Untergrund dafür, dass Ihre Botschaften auch gelesen werden können. Solche Fehler sind ebenso vermeidbar wie ärgerlich. Verschiedene Elemente auf Ihrer Seite werden unterschiedlich wichtig sein. Durch geschickte Farbwahl ist es möglich, dass genau die richtigen Bausteine zuerst wahrgenommen werden, etwa durch Signalfarben und einen starken Kontrast oder durch einen einzigen kräftigen Akzent auf einer sonst zurückhaltenden Seite. Ziehen Sie zusätzlich in Erwägung, dass der Blick des Betrachters immer von links oben nach rechts unten wandert und Sie haben einige gute Anhaltspunkte dafür, wie Sie es anstellen, dass Ihre Kreation die gewünschte Wirkung zeigt.

Farbwahl und Gestaltung mit Farben sind immer Ausdruck individueller Vorlieben und Neigungen. Wer hartnäckig an seiner Farbkombination festhält, könnte damit eines Tages sogar Recht bekommen. Das Empfinden von Farbkombinationen verändert sich ständig, oft erstaunlich schnell und grundlegend. Farben und Farbkombinationen sind Moden unterworfen, wie Typografie, Seitengestaltung und Ausdrucksweise auch.

Mit diesen Entwicklungen kann man spielen, wenn man darüber Bescheid weiß. Man kann sich bewusst über Farbkonventionen hinwegsetzen und mit unpassenden Farben provozieren, oder extravagante Akzente setzen, oder sie passen eben zu einem besonders ausgefallenen Inhalt. Wer sich hier auf sein gutes Gefühl verlassen kann hat Glück, ansonsten ist es besser man macht sich vorher ein paar Gedanken über die Farbgestaltung seiner Seite.

Im Zweifelsfall ist es auch ratsam, ein paar Testläufe mit verschiedenen Farben und einigen vertrauenswürdigen Testpersonen durchzuführen. Dabei sollten Sie auch gleich überprüfen, wie Ihre sorgfältig ausgewählten Farben sich in der Darstellung unterschiedlicher Browser und Rechnerplattformen machen.

Die geringsten Abweichungen hat man bei der freiwilligen Beschränkung auf die 216 web-sicheren Farben zu erwarten. In diesem Modus machen sich vom Mac bis zum PC alleine noch unterschiedliche Abbildungsqualitäten von Grafikkarte und Monitor bemerkbar. Je mehr Farben verwendet werden, umso größer ist letztendlich die Gefahr, dass inkompatible Ergebnisse dabei herauskommen. (fr)